Friedensaktivitäten beginnen auch beim Respekt der Religionen!

Da wir der Charta der Vereinten Nationen verpflichtet sind, müssen wir uns für die Menschenrechte kritisch auch bei den Tagesereignissen auseinandersetzen.

Die Religionsausübung ist für uns ein sehr bedeutendes Thema, das uns sehr wichtig ist. Der Religionsfrieden darf nicht gestört werden, solange die Religionen auf das friedliche Zusammenleben wesentlichen Einfluss ausüben. Dazu sind Kirchen wichtig und zu respektieren. Religionen sind zu achten, wenn sie den Menschen- und Kinderrechten nicht schaden.

In Syrien finden Christen Zuflucht in Kirchen vor Islamisten. Auch anderswo bieten die Kirchen Schutz für Flüchtlinge. Hier gilt es einfach durch ein innerliches Parameter der Achtung vor der Menschlichkeit, diesen Respekt zu wahren.

Nun wurde in den jüngsten Fällen zwei Mal dieser Respekt verletzt. Einmal in Russland in einer Orthodoxen Kirche und einmal gestern im Kölner Dom in Deutschland. Einen Protest, gegen wen sich dieser auch richten mag, hat in einer Kirche nicht stattzufinden. Hier müssen deutliche Zeichen gesetzt werden und man kann nicht zu den Tagesaufgaben übergehen.
  
Der russische Skandal ereignete sich bei weltweiter Aufmerksamkeit durch eine Aktion im zentralen Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau am 21. Februar 2012. Dort betraten Pussy-Riot- „Sängerinnen“ die Kathedrale, dessen Betreten ohne eine ausdrückliche priesterliche Einladung für Privatpersonen nicht gestattet ist, und vollführten vor dem Altar ein sogenanntes „Punk-Gebet“ gegen die Allianz von Kirche und Staat. Sie riefen unter anderem "Schwarze Kutten, goldene Epauletten" und "Gottesscheiße!". Das kann man nicht hinnehmen.

Wenn nun die nackte Frau Josephine Witt im Kölner Dom am 25.12.2013 gegen Putin, gegen die Sport-Mafia und jetzt gegen die angeblich "sexistische Haltung" von Kardinal Meisner protestiert und die Weihnachtsmesse im Kölner Dom stört, so müssen wir auf die Grenzen der Protestbewegung hinweisen. Es verdient unsere Aversion zu derartigen Auftritten. 

Wenngleich sich hier auch unsere Rechtssysteme unterscheiden werden.

Der russische Auftritt hatte zwei Jahre Arbeitslager zur Konsequenz, der Kölner Auftritt wird mit einer Geldstrafe oder Bewährungsstrafe beurteilt werden. Hier haben wir zwar die Unterschiede einer Demokratie und eines totalitären Systems erkennbar, aber beides verdient unsere Missachtung bei der Schändung der Gotteshäuser. Als ein spöttischer Film über den Propheten Mohammed entstand, haben wir im türkischen Fernsehen und in der Presse eine eindeutige Positionen im Jahre 2012 dargelegt, dass dies eine Missachtung der Religion des Islam ist und die Muslime verletzt.    

Wenn auch anderswo diese Auftritte, wie die der Frau Josephine Witt, amüsant belächelt werden, in einer Kirche nicht! So kann man keinen sozialen Frieden herstellen. Hier werden wir durch die Öffentlichkeit auf Grenzen aufmerksam machen. 

Natürlich akzeptieren wir auch, dass in Russland keine europäische Demokratie transportiert werden kann. Aber Einfluss auf die Rechtsstaatlichkeit nehmen wir dort schon. Auch hier schreiben wir Briefe an den Präsidenten Putin, die ihm sogar zugestellt werden und auf die auch reagiert wird. Die Gleichstellung aller Menschen, Einhaltung der Menschenrechte  und der Kampf gegen die Korruption sind solche Themen.  

Als der Vorsitzende der INGO Diplomaten International 1995 an der Universität in St. Petersburg lehrte, wurde er sehr bald von der „russischen Mafia“ zur Kooperation aufgefordert. Als er das ablehnte, geschah es, dass ganz einfach auf die Reifen seines Fahrzeuges während der Fahrt geschossen wurde. Das war eine deutliche Warnung. Andere haben das sogar mit ihrem Leben bezahlt, wenn sie den  „Gesetzen“ (?) der damals starken Mafia nicht folgten. 

Putin war zu der Zeit der Vorsitzende des Komitees für die internationalen Beziehungen und stellv. Bürgermeister von St. Petersburg.

Im Jahre 2001 bat der Vorsitzende den neuen Präsidenten Wladimir Wladimirowitsch Putin, beim ersten St. Petersburger Dialog für Rechtssicherheit zu sorgen. Es waren konstruktive Dialoge damals.  Der frühere Präsident Boris Nikolajewitsch Jelzin ließ ein Chaos, eine  Anarchie zurück. Russland musste wieder zu einer Rechtsordnung finden. Wie demütigend war es, wenn hochgebildete Professoren für ein Butterbrot ihr Wissen preisgeben mussten oder nebenbei als Hotelportier dienten. Putin gab diesen Persönlichkeiten schnell ihr Selbstbewusstsein zurück. Seine Frau Ljudmila Schkrebnewa war dort auch  Professorin in St. Peterburg und lehrte an der Universität. Diesen Wandel hat der Vorsitzende miterlebt. Natürlich kann der „Machtrausch“ auch einen Menschen verändern, was wir gegenwärtig auch in der Türkei erleben, aber auch Verdienste sind anzuerkennen. Heute kann man sich z.B. auch nachts wieder in Moskau und St. Petersburg ohne großen Personenschutz und Schutzgeld auf den Straßen bewegen.

Natürlich bleiben wir kritisch, das müssen wir sogar sein! Aber nicht jedes Land kann wie ein anderes regiert werden. Hier spielen Traditionen eine Rolle und auch Mentalitäten!

Auch in Ägypten wird es eine andere Form der Demokratie geben, aber im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen Freiheiten und seinem freiheitlichen Denken und Handeln ohne Diskriminierung seines Geschlechtes, seiner Gesinnung und seiner Lebensform, wenn es nicht störend für die Gesellschaft ist und dem Gemeinwohl nicht schadet.  

Als eine unpolitische demokratische Organisation setzen wir uns mit Leidenschaft für die Menschenrechte und die Konfliktbewältigung international ein. Das Credo: Verhandeln und immer im Dialog bleiben! Das ist unsere Mission, und dafür haben wir immer mehr Sympathisanten.

Für den Vorstand spricht

Günther Meinel
Vorstandsvorsitzender
www.diplomaten.eu