Schwankt Europa? - Bedenken in der Türkei

Für die Internationale NGO DMW ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei von herausragender Bedeutung

Anlässlich der Reise einer DMW-Delegation zu Anfang des Jahres in die Türkei gab der DMW-Vorstandsvorsitzende Günther Meinel dem führenden türkischen Fernsehsender HBR für die Hauptnachrichten am 19.Januar 2012  ein vielbeachtetes Interview.

Große Tageszeitungen berichteten am 22.01.12 auf ihren Titelseiten darüber. Zwischenzeitlich baten weitere Rundfunk-und Fernsehanstalten  um Interviews und Pressekonferenzen, so dass umgehend eine erneute Reise des DMW in die Türkei erforderlich wird.

Kernsätze des Interviews:
„Die EU hat gegenwärtig Probleme zu überwinden, dazu ist eine starke Führung notwendig. Die Wahl von Martin Schulz als Präsident des Europäischen Parlamentes ist ein Gewinn für Europa und auch für die Türkei. Als ich mit Günter Verheugen, dem damaligen EU Kommissar im Jahre 2000 den Beitritt diskutiert hatte, hat diese Meinung auch Martin Schulz unterstützt.

Aber Europa bleibt Europa, auch wenn vielleicht ein Kerneuropa entstehen wird, so bleibt der Euro weiterhin die europäische Währung.“

"Natürlich sind bei der Entstehung von Europa auch Fehler entstanden, die sich heute auswirken. Die Akzeptanz der zentralen Strukturen müssen nun nachgeholt werden und das wird schwer, da die nationalen Besonderheiten dominieren. Das Europa ist nicht zusammengewachsen, sondern „beigetreten“. Alle Länder haben sich eine Hintertür offen gehalten. Wir müssen aber eine Einheit sein. So wie die Vereinigten Staaten von Amerika nur einen Präsidenten haben, so braucht auch Europa einen starken Präsidenten."

"Gegenüber der Türkei sind sehr viele Klischees abzubauen. Wir haben ein falsches Türkenbild und daran ist die Türkei auch mit Schuld. Noch immer fallen uns beim Bild zur Türkei auch Ehrenmorde und Zwangsheiraten usw. ein. Für viele ist die Türkei ein rückständiges Land. Die moderne Türkei kennen nur Geschäftsleute und die, die in die Türkei reisen.“

Auch ich hatte vor 15 Jahren ein falsches Bild, als ich als Tourist die Türkei besuchte und die Türkei auch nur von den in Deutschland lebenden Türken kannte. Die Türken sind kluge, zuverlässige und solide Partner, so erlebe ich sie heute. Die Türkei gehört in die Europäische Union, dafür setzen wir uns ein. Sie ist auch ein wichtiges Bindeglied für den arabischen Raum.“

„Auch die Ängste vor dem Islam versuchen wir im Dialog zu beseitigen. Wir haben gemeinsam mit dem Präsidenten des Islam in der Türkei S.E. Prof. Mehmet Görmez einen Dialog begonnen und die Grundwerte nach Frieden und Respekt und Achtung des Menschen als gemeinsame Grundhaltungen herausgearbeitet. Wir haben sehr viele gemeinsame Grundwerte, die uns vereinen und nicht trennen.“

„Wir werden nun kontinuierlich die Türkei in den Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union begleiten, sie beraten und eine Unterstützung sein.“

Das TV-Interview und die Berichterstattungen  in den türkischen Tageszeitungen haben ein  außerordentlich starkes Interesse am DMW Diplomaten International und seinen Aktivitäten ausgelöst, so dass zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten aus dem öffentlichen und wirtschaftlichen Leben der Türkei um Mitgliedschaft im DMW nachgesucht haben. Aus diesem Grund und wegen der anhaltenden Interviewanfragen von TV, Rundfunk sowie der Presse wird der DMW in Kürze eine erneute Reise in die Türkei unternehmen.